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Bernd Flessner - 1988, meine erste Saison mit NeilPryde

Nun sollt es also losgehen! 1988 begann die Eurofunboard Cup Saison sehr früh. Das erste Rennen fand Ende April im Ostseeort Damp statt. Zeitgleich fand auf Sylt der World Cup statt, was in der Geschichte der Regatta einmalig war. Ich kann mich heute noch gut an die Aufregung erinnern, als ich zu meiner ersten offiziellen Regatta nach Damp gefahren bin. NeilPryde hatte ein großes Apartmenthaus gebucht, in dem ein großer Teil des Teams untergebracht war. Abends trudelten die etablierten Fahrer ein und ehrfürchtig registrierte ich, wer alles im deutschen NeilPryde Team fuhr und wer alles an den Regatten teilnahm.
Frank Spöttel, Kai Schnellbacher, Roland Caspari, Walter Eichler und Knud Budig waren nur einige der bekannten Fahrer, die schon erfolgreich am Eurofunboard Cup teilnahmen und die ich aus den einschlägigen Magazinen kannte. Mein Respekt war sehr groß, was mich aber nicht davon abhielt, trotzdem an Sieg und Triumph zu denken. Träumen darf man ja, dachte ich damals. Die Regatta lief für mich einigermaßen gut und ich erinnere mich noch heute genau an den dritten Regattatag. Morgens um 9 Uhr beim Skippermeeting war das Hafenbecken mit einer leichten Eisschicht überzogen!!!! Man, war das kalt. Die älteren Leser die evtl. beim World Cup auf Sylt anwesend waren, werden sich noch erinnern. Robby Naish spricht heute noch von der kältesten Regatta seiner Karriere! Beim Skippersmeeting wurde beschlossen, dass der erste Slalomstart gegen 11 Uhr erfolgen sollte, denn bis dahin sollte das Thermometer wärmende 8 Grad vermelden. Schleunigst habe ich mein Slalommaterial aufgebaut und die Auslosung samt Kurs studiert. Hoppla dachte ich, Andy Laufer bei mir im Heat, den Namen hatte ich doch schon mal gehört. Andys älterer Bruder Karsten fuhr auch mit und die beiden starteten ebenfalls auf Pryde Material.

Heute nach 25 Jahren, unzähligen gemeinsamen Regatten und Fights auf dem Wasser muss ich sagen, dass mir Andy im Regattazirkus fehlt. Im April 1988 sind wir zum ersten Mal gegeneinander gefahren und es war der Startschuss zweier unterschiedlich verlaufender Karrieren. Oft hatte Andy das Nachsehen und musste sich mit Platz 2 zufrieden geben, trotz allem ist er ein großartiger Sportsmann und ein sehr guter Freund von mir. Alleine zu Andy gibt es sooooooo viele Anekdoten, so dass ich schon oft überlegt habe ein Buch zu schreiben;-)!!!!!!!
Wie dem auch sei, an das Ergebnis der Regatta kann ich mich gar nicht mehr erinneren, ich weiß nur, dass wir den Slalom nicht zu Ende gefahren sind, da der Wind für die Finalläufe nicht mehr ausreichte. Damals gab es im Eurofunboard Cup nur zwei Disziplinen, Kursrennen und Slalom, letzteres lag mir schon alleine schon durch den stärkeren Wind lieber. Im ersten Jahr musste ich im Kursrennen viel Lehrgeld bezahlen, denn Taktik und Leichtwindsurfen waren nicht meine Stärke.

Im September 1988 hatten wir in Wilhelmshaven den letzten Eurofundboard Cup des Jahres. Für das Wochenende wurde sehr viel Wind vorhergesagt. Zwei Tage vor der Regatta bekam ich als erster NeilPryde Fahrer das erste „World Cup Slalom“ Segel. Anders als bei unseren aktuellen Racesegel, die aus Segeltuch bestanden, war das World Cup Slalom komplett aus Monofilm!!
Man, was war ich stolz. Auf der Regatta sind wir jedenfalls Slalom gefahren und ich konnte meine Qualitäten bei viel Wind voll ausschöpfen und meinen ersten Eurofunboard Cup vor Walter Eichler gewinnen! Ich kann mich heute noch gut an das Gefühl erinnern, einfach phantastisch!!!

1989, mein erster internationaler Auftritt und mein erster World Cup auf Sylt
An das Jahr 1989 kann ich mich besonders gut erinnern, denn dieses Jahr war für meine Karriere sehr prägend. Im August des Jahres surften Axel Ohm und zwei Kollegen für eine „Rettet die Nordsee Tour“ in Etappen von Borkum nach St. Peter Ording. An einem Dienstag war ich mit einem meiner besten Freunde auf einem Osterman Tandem vor der Insel unterwegs. Plötzlich vielen mir drei Surfer auf, die von unserer Nachbarinsel Juist in Richtung Norderney surften. Am Strand angekommen lernte ich Axel Ohm kennen, der damals einer der besten Deutschen World Cup Surfer war. Im Gespräch stellten wir fest, dass wir beide eine Woche später an einem Eurofunboard Cup St. Peter Ording teilnehmen würden. Axel kannte mich bis dahin noch nicht, eine Woche später sollte sich das ändern. Bei der Regatta sind wir drei Slalomrennen gefahren und ich bin in zwei Finalen knapp hinter ihm Zweiter geworden. Die Rennen waren echt knapp und nach dem letzten Finale sagte mir Axel voraus, dass wir beide bald zusammen World Cup fahren würden!!! Was soll ich sagen, er sollte Recht behalten!!! Einige Wochen später bin ich bei meinem ersten World Cup auf Sylt an den Start gegangen und im Kursrennen unter den 64 Teilnehmern 15ter geworden. Zu der Zeit bin ich auf Serienmaterial gefahren und konnte mich gut in Szene setzen. Eine Woche nach Sylt war ich dann beim World Cup in Scheveningen. Für den Slalom musste ich mich einen Tag vor der Regatta qualifizieren, was mir auch eindrucksvoll gelungen war. Bei den World Cups habe ich es im Slalom auf den 12. Gesamtplatz gebracht. Bei meinen ersten beiden World Cups auf Serienmaterial 12ter unfassbar dachte ich mir. Die beiden Slalomrennen waren der Hammer. Sideshore Wind und echt hohe Wellen. Surfslalom mit Leman Start, dass war genau mein Ding. Eins der Halbfinale habe ich heute noch genau vor Augen. Mit mir im Heat waren Anders Bringdal und Robby Naish. Ich hatte die oberste Startposition bekommen und Andres und Robby standen an unteren Teil der Startlinie. Leman Starts sind noch heute meine Spezialität und im Laufe meiner Karriere war ich bei all diesen Rennen stets unter den Top 3! Ich benutze im Rennen mein 5,5 qm World Cup Slalom Segel und mein Alpha 85 Waveboard. Mein Start war perfekt und ich bin mit viel Speed Richtung erste Tonne durch die Brandungszone geballert, als mir zwei echte Brummer entgegenkamen. Durch meine obere Startposition konnte ich anluven und den Wellen ausweichen, durch mein Segel konnte ich allerdings sehen, dass Robby und Anders nicht so viel Glück hatten und kaum hatte ich mich versehen, flogen sie beiden auch schon meterhoch durch die Luft! Das waren noch Slalomrennen!!!!!! Slalom surfen machen einfach unglaublich viel Spaß, wenn ich an die Rennen in Hookipa denke, unglaublich!! Jedenfalls habe ich das Halbfinale vor Robby und Anders gewonnen.

Morgens beim Skippermeeeting des darauffolgenden Tages kam Robby Naish auf mich zu und fragte mich, ob ich der junge Deutsche mit dem Serienmaterial wäre. Man, was war ich damals stolz!!!!! Der größte Meister unseres Sports kannte mich nun;-).
Im Anschluss an den World Cup in Holland bin ich dann zum Aloha Classic nach Maui geflogen. Hier hatte ich leider keine Wildcard bekommen und bin deshalb nur zum Training mitgeflogen. Zu dieser Zeit wurde gerade das Team Germany gegründet und mit West Fashion als Hauptsponsor wurde eine neuen Ära im Sponsoring und Regattasport eingeläutet!!!!??In der nächsten Ausgabe schreibe ich Euch von meinem ersten Jahr auf der PBA Tour und die Aufnahme in das Team Germany.

Viele Grüße
Euer Bernd Flessner

 

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